18.01.2022

Neues Jahr, neue Wohnwand

Der erste Monat des neuen Jahres ist schon bald vorbei. Ich mag den Beginn eines neuen Jahres. Es scheint wieder alles möglich und alles offen zu sein. Es birgt die Chance, aus festgefahrenen Mustern auszubrechen und sie neu anzuordnen. Der bereits vergangene Jahreswechsel motivierte sich zu hinterfragen, zu schauen, was möchte man so beibehalten und was soll oder muss auch dringend verändert werden.
Wir haben die Zeit zwischen den Jahren genutzt endlich mal zu renovieren. Die alte, kaputte Wohnzimmerwand wurde erst ausgeräumt und dann abgebaut. Nach mehreren Anläufen beim Sperrmüll (erst war schon geschlossen und dann so viel los, dass wir wieder umgedreht sind) konnte sie endlich abgegeben werden. In den Tagen dazwischen stand unser Auto auf dem Parkplatz, aber konnte nicht voll genutzt werden. So konnten wir die Kinder nicht wie gedacht, zu einer lieben Freundin bringen, sondern mussten um-modeln, wer noch nach ihnen schauen könnte, sodass wir in Ruhe mit dem Streichen beginnen können. Wie dankbar waren wir, als das Auto endlich wieder leer war und zu seinem gewöhnlichen Zweck genutzt werden konnte. Wie dankbar, als wir uns auf eine Farbe geeinigt hatten und sie endlich an der Wand war. Wie dankbar, für den Opa, der in die Betreuungslücke eingesprungen war. Wie dankbar sind wir nun, endlich unsere neue Schrankwand aufgebaut zu haben  mit allen notwendigen Teilen. Endlich konnte sie eingeräumt werden. Nach dem der Inhalt in Kartons auf dem Balkon gelagert wurde, war klar, welche Sachen wirklich gebraucht wurden und welche nur „Stauraum-Beleger“ waren. Die Sachen, die wir vermissten, räumten wir gerne wieder ein und freuten uns daran, sie an einem neuen schönen Platz zu haben. Aber es gab auch Kisten, die wollten wir gar aufpacken, weil sie uns gar nicht so lieb waren, wie wir vielleicht dachten. Da war eine Kiste mit DVDs und Büchern, für die der neu gewonnene Stauraum fast zu schade schien. Es sollten wirklich nur die Dinge in den Schrank, die wir auch gerne mochten. So gab es einen weiteren Schrank, der gefüllt wurde mit Spielen, die nur darauf warten, ausgepackt und mit lieben Freunden und der Familie bespielt zu werden. Nachdem nun im Wohnzimmer endlich Ordnung und Ruhe eingekehrt ist, schenkt es uns neuen Platz zu verweilen. Zeit zusammen zu verbringen und nachzudenken. Über das eigene Leben und wo es vielleicht auch hier Ecken gibt, die dringend renoviert werden müssen. Ist nicht auch unser Leben eine Art Stauraum? Ein Raum, bei dem wir selbst bestimmen, mit was er gefüllt wird. Wie gut, auch diesen Raum mal auszumisten und zu schauen, welche Dinge sind mir noch lieb und welche können eigentlich ausgemistet werden. Ich glaube, dass Gott es total liebt, wenn wir Ordnung in unserem Leben haben. Innerlich wie äußerlich. Wie gut, dass er uns kennt. Durch und durch. Wie gut, dass wir uns vor ihm nicht zu fürchten brauchen, weil er uns so sehr liebt. Ihn dürfen wir auch einladen, zum Aufräumen. Er möchte uns so nahe sein und uns auch in unserem Chaos begegnen. Aber lassen wir es auch zu?
Wir haben nun an unsere äußerliche Renovierung eine innerliche Renovierung angeschlossen. Nun wird noch unser Körper saniert. Mit einer ordentlichen Fastenkur. Alles wird ausgeräumt und dann kann wieder neu entschieden werden, mit was er gefüllt wird. Mit mehr Gesundem und Wertvollem vielleicht und mit kleineren Mengen an Leckeren und Süßem vielleicht.
Fehlt noch die Seele, denn auch sie hat immer wieder eine Entrümpelung notwendig. Aber dazu vielleicht mehr im nächsten Blog ?


P.S.: Übrigens haben auch noch unsere Winterreifen eine neue Bereifung bekommen… ungewollt.. durch eine Schraube, die wir uns beim Sperrmüll eingeholt haben.. wie gut, dass sie eh schon am Ende ihrer Lebenszeit waren.. somit wurde auch noch das Auto „renoviert“ und einmal komplett neu bereift.. war erst ärgerlich, aber es wird uns zum Besten dienen! ?