27.05.2021

Jugendarbeit trotz(t) Corona.

Lieber Leser,

vielleicht haben Sie den Titel dieses Artikels gelesen und gedacht; „Ich kann diese Worte „Corona“, „Pandemie“, „Einschränkung“, „Regeln“ und „Homeschooling“ nicht mehr hören!“ Ich verstehe das sehr gut. Mir geht es da ähnlich wie Ihnen. Denn wir sitzen im selben Boot und rudern seit über einem Jahr gemeinsam von einer zu der nächsten Welle. Ich persönlich als „Nordstern“, der in Danzig geboren und in Hamburg aufgewachsen ist, kenne und liebe die Schiffe und das Meer. Schon viele Male habe ich das raue Meer auf einem Schiff erleben dürfen. Und ja, es war manches Mal sehr unangenehm und manchmal war mir danach kotzübel gewesen. Doch meine Erfahrung ist, dass die Stürme in unserer Vorstellung und in unseren Gedanken manchmal viel grösser und schlimmer ausfallen, als sie in Wirklichkeit sind. Zum anderen können uns Stürme auch widerstandsfähig und „notbedingt“ kreativ machen.

Die Jugendarbeit in Echterdingen segelt immer noch durch stürmische und raue Phasen. Angefangen von der Absage unserer Jugendevangelisation „JesusHouse“ letztes Jahr, auf die wir uns über ein halbes Jahr vorbereitet haben; bis hin zu Absagen diverser Freizeiten und anderer Veranstaltungen, die sonst einen großen Teil der Jugendarbeit ausgemacht haben. Auch die vielen Treffen konnten natürlich nicht durchgehend wie gewohnt stattfinden, um Ansteckungsketten zu vermeiden. Da frägt man sich, wie Jugendarbeit in dieser Zeit überhaupt möglich ist.

Die Jugendarbeit in Echterdingen ist trotz Corona möglich. Natürlich nicht im gewohnten Rahmen als Präsenzveranstaltungen, sondern häufig im Onlineformat oder - wenn möglich - mit einigen interaktiven Herausforderungen (Corona konform) an der frischen Luft. So sind neben unseren bestehenden Gruppen, dem „NXT GEN“ – Teenkreis, dem „Homezone“ – Jugendkreis und dem „Chill&Connect“ – jungen-Erwachsenentreff, weitere spannende Projekte entstanden, die ich Ihnen im Folgenden kurz beschreiben möchte:

Zu Einem konnten wir einen Online „Entdecke Gott“ Kurs mit 13 Einheiten und 10 Teilnehmern durchführen. Durch das Online-Format konnten Jugendliche nicht nur aus Echterdingen, sondern auch aus München, Heilbronn und sogar aus Paraguay teilnehmen. Fasziniert haben mich in dem Kurs die Offenheit der Teilnehmer, die sich unter anderen in den sehr praktischen Fragen wie „Wie höre ich die Stimme Gottes?“ oder „Wie kann ich von Jesus erzählen?“ aufgezeigt hat. Es war schön, den Hunger der Jugendlichen nach mehr von Jesus wahrzunehmen. Durch die vielen intensiven Treffen entstand eine Vertrautheit, die es, wenn möglich fortzuführen gilt.

Des Weiteren hat sich ein motiviertes Team gebildet, das aktuell den neuen Jugendgottesdienst in Echterdingen plant und vorbereitet. Dafür haben wir Projekt-Teams ins Leben gerufen, in denen die jungen Menschen ihre kreativen, musikalischen und technischen Gaben ausprobieren und einsetzen können.

Aber nicht nur in neue Leute konnte investiert werden. Mir war es auch sehr wichtig, die eher ruhigere Zeit zu nutzen, nach den bereits bestehenden ehrenamtlichen Mitarbeitern zu schauen, zu fragen wie es Ihnen geht, was sie beschäftigt und wie ich sie noch unterstützen könnte. Dies waren sehr persönliche und ehrliche Gespräche, in denen ich die Mitarbeiter und auch sie mich noch ein Stück besser kennenlernen konnten.

Rückblickend auf die vergangenen Monate, bin ich sehr dankbar, dass ich in dem Boot „Jugendarbeit“ nicht allein blieb, sondern dass mir die gute Crew weitestgehend erhalten blieb und wir durch das Team „Jugendgottesdienst“ sogar neue Crewmitglieder rekrutieren konnten. Wir freuen uns sehr, die hoffentlich bald erreichte und lang ersehnte Insel, in Form von sinkendem Indiz und damit einhergehenden Lockerungen, mit altbewährten Livetreffen anzusteuern und neu erobern zu dürfen.

Lasst uns darum zuversichtlich bleiben. Was kann uns mit Jesus im Boot schon passieren?